Freitag, 30. August 2013

Der Fluch der BJDs

Also da gibt es so eine Sache, darüber zerbreche ich mir schon seit langer Zeit den Kopf. Jetzt in den letzten Monaten, seitdem bei mir kein neues Resin mehr einzieht, wurde mir das noch stärker bewusst, als zuvor, darum würde mich mal auch eure Meinung interessieren.

Wie ist euer eigenes Verhältnis zu den Dolls? Seid ihr glücklich mit denen die ihr habt? (Und habt ihr einige wenige oder eher viele?)


 Mir ist aufgefallen, dass ich eine Doll immer solange richtig möchte, solange ich sie nicht besitze. Wenn ich sie dann endlich hier habe, wenn sie fertig gestylt und angezogen ist, wie ich sie mir wünsche, dann gefällt sie mir zwar noch immer, aber der Reiz ist irgendwie weg. Häufig fristen die Dolls dann ihr Dasein in ihrem Karton o___o


 Es gibt regelrecht typische Phasen bei Dollbesitzern. Ungefähr wie folgt:

 1. Phase, man entdeckt die Dolls, denkt sich warum auch immer "ach wie wunderschön", dann sieht man den Preis - und lässt es wieder bleiben.
2. Phase, die Dolls gehen einem doch nicht aus dem Kopf, bzw. man entdeckt sie häufiger im Internet und fängt an sich Begründungen einfallen zu lassen, die den hohen Preis rechtfertigen. Bzw. man sucht sich bewußt eine der ganz günstigen BJD Firmen aus (auch wenn es nicht die Lieblingsdoll ist). Man rechtfertigt den hohen Kaufpreis immer noch mit einem "die Doll wird mir bei meiner Malerei/Schreiberei/Näherei/(fügt hier beliebiges kreatives Hobby ein) als Modell und Muse dienen. Und es wird ja nur die eine.
3. Phase: Doll ist da, man ist ganz aus dem Häuschen. Es gibt natürlich ein Boxopening. Die Doll begleitet den Besitzer fast überall hin. Bekommt ständig neue Sachen, gekaufte und selbstgemachte. Man postet häufiger Threads in Foren, z.B. wie die Doll einem beim kochen/bügeln/plätzchenbacken hilft.
4. Phase: es taucht eine weitere Doll auf, die ja irgendwie so gut als Partner/Schwester/Bruder/Kind/u.s.w. der ersten Doll dienen könnte. Obwohl man nur eine wollte, sieht man ein, dass man die eine Doll ja nicht alleine lassen kann. Außerdem könnte man doch so viel schönere Fotos machen, wenn man zwei Dolls hätte, die miteinander interagieren können, oder?!
 5. Phase: Zweite Doll taucht auf. Die erste Zeit Friede Freude Eierkuchen. Man kann die Dolls gut zusammen fotografieren, aber meistens passt auch schon etwas nicht. Wenn die Dolls nicht von der gleichen Firma sind, stört teilweise schon die andere Ästhetik, der andere Body, das andere Resin, die etwas anderen Proportionen. Die Saat des Unfriedens ist gesät. Man postet weniger Fotos.
6. Phase: Da ist noch eine schöne Doll. Ach, naja, auf eine weitere kommt es ja jetzt auch nicht mehr an. Die neue Doll kommt an. Ganz schön oder auch nicht. Es gibt vielleicht noch ein Boxopening und einen ersten Thread, danach ist Schluss. Auch die erste Doll (aka "mein absoluter Liebling") wird meistens kaum noch gepostet.
 7. Phase: Unzufriedenheit. Ständiges Vergleichen mit anderen Leuten im Hobby. Häufiges Rumgemaule, warum die eigenen Threads nicht so viele Kommentare bekommen wie die anderen. Häufigste erste Schlussfolgerung: es muss wohl an der falschen Kamera liegen: Investition in teure Spiegelreflex.
8. Phase: Doll in einer neuen Größe bestellt, ev. festgestellt, dass einem diese Größe mehr liegt, erster "Austausch" der Dolls. (Je nachdem, wie der Sammler veranlagt ist, werden die alten Dolls verkauft und reshellt oder aber sie bleiben und rücken in den Hintergrund, während die Dolls in der neuen einziehen.
9. Phase: Hysterische Phase. Man ist auf DoA (oder einem anderen großen Forum angelangt) und erlebt dort live was virales Marketing ist, bzw. wie attraktiv auch die unattraktivste Doll werden kann, wenn nur gefühlt jeder andere in den höchsten Tönen davon schwärmt und/oder weil sie limitiert ist. (Wer z.B. mal in einen der älteren Soom MD Waitingroom Threads war, weiß wovon ich rede.) Da werden Dolls gekauft, weil andere sie als toll ansehen und nicht so sehr, weil man sie selber mag. Soom LEs, Dollshes, Iples, Unoas, etc. jeder andere hat eine (XYZ), ich brauch jetzt auch eine. (Meistens in dem irrigen Glauben eine besondere Form des Prestige ginge mit so einer Doll mit, was eigentlich nicht der Fall ist)
10. Phase: Die Doll ist da, man kann nicht wirklich viel mit ihr anfangen, empfindet kein "Bonding". Häufig viel Gemeckere über die Firma, mit viel Rückgemeckere der treuen Fans selbiger Firma. Häufig Zoff in den Foren, weil jetzt hat man doch endlich so eine tolle Doll aber man bekommt - oh Schock - immer noch nicht die gewünschten Kommentare. Die berühmten Elite-Diskussionen beginnen spätestens jetzt. Bei vielen auch schon in Phase 3.
 11. Phase, Depression / Neuanfang: Man ist schon lange im Hobby, fühlt sich aber frustriert und leer. Man macht gefühlt keine "Fortschritte". Üblicherweise weiterer Vergleich mit anderen Leuten im Hobby und bewusste oder unbewusste Imitation. Überlegungen, ob die Sammlung an und für sich noch stimmt. Ob man nicht auf eine völlig andere Größe/völlig anderen Typus umsteigen muss. Dolls werden gekauft, mit sehr teuren Face-ups/Kleidung/Wigs/Augen/Schuhen versehen. Fotos gibt es kaum noch, Threads über die eigenen Dolls gar keine mehr. Es werden schon lange keine Kekse mehr mit dem "absoluten Liebling" gebacken.
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 Ich könnte das jetzt noch einige Punkte weiter aufzählen, aber im Allgemeinen pendelt sich da so ein Spiel ein mit der Zeit: man erblickt eine neue Doll und all das Potential das in ihr steckt. Langes Warten wegen Sparen, wegen Face-up, wegen Kleidung u. s. w., aber kaum ist die Doll vollständig wird sie uninteressant und zur Seite gelegt. Man braucht ggf. eine Neue. Man beachte nur das Phänomen auf DoA. In welchen Threads ist das meiste Leben? Richtig, in den Waitingrooms. Wenn die Doll erst mal da ist, ist sie für die meisten plötzlich uninteressant. Häufig denke ich bei mir ich wünschte die Leute würden mindestens so viel von ihren Dolls posten, wenn sie fertig sind, wie sie Herumjammern, wenn sie gerade am Warten sind (auf die Doll, auf ihr f/u, auf ihre Kleidung, etc.)


 Sind Dolls wirklich nur so lange interessant, wie sie in der Mache sind? Sind Dolls nur eine besonders geschickte Form des Selbstbetruges? À la wenn ich diese Doll habe, dann werde ich glücklich sein.?!? Sind Dolls ein Versprechen von Glück, das sich nie erfüllt?

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